Gehirnströme geben Auskunft über Sehfähigkeit

Ein neues Verfahren erleichtert die Auswertung von Sehtests bei Kindern. Dadurch sind Störungen bereits im frühen Stadium zu erkennen. 

Ein Erwachsener kann bei einem Sehtest seiner Sehfähigkeit seine Wahrnehmungen meist gut beschreiben. Bei einem Kind ist das anders. Bei ihnen sind die Augenärzte hauptsächlich auf die Beobachtung der Reaktionen angewiesen. In der Augenklinik der Universität Würzburg wird deshalb ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Sehschärfe durch die Untersuchung der elektrischen Hirnaktivität abschätzen lässt.

In der Netzhaut des Auges wird das Licht in elektrische Signale umgewandelt, die im Sehzentrum des Gehirns weiter verarbeitet werden. Die elektrischen Signale, die dabei entstehen, können ohne Eingriff in den Körper gemessen werden, und zwar auf der Kopfhaut über dem Sehzentrum. Die Würzburger Wissenschaftler wollen diese Signale nutzen, um die Sehschärfe bei solchen Patienten einzuschätzen, die ihre Eindrücke nicht in Worte fassen können.

Dr. Thomas Meigen beschreibt das Prinzip: Ähnlich wie beim Fernsehen betrachten unsere Patienten einen Computer-Bildschirm, auf dem wir Schachbrettmuster von unterschiedlicher Größe zeigen. Solange die Muster groß genug sind, können wir deutliche Signale auf der Kopfhaut messen. Bei kleinen Mustern, bei denen der Patient nur noch eine graue Fläche sieht, verschwinden sie. Damit können wir aus den elektrischen Signalen auf die Sehschärfe schließen. Die Würzburger Augenärztin Dr. Barbara Lege freut sich über die klinische Anwendung: Wenn es uns gelingt, diese Untersuchung auch bei Kindern in wenigen Minuten durchzuführen, haben wir ganz neue Möglichkeiten, um Sehstörungen in einem frühen Stadium zu erkennen.

Dres. Hyppa

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